Verbände

Der VFF setzt auf Schwarz/Rot

Gebäude sind im Sondervermögen gelistet

Zwei Wochen nach der Bundestagswahl lud der Verband Fenster + Fassade (VFF) die Fachpresse ins Verbandsbüro nach Frankfurt ein. Neben Zahlen zur aktuellen Marktsituation präsentierte er seine künftige Kommunikationsstrategie und Pantea Khaledpour, die zuvörderst dafür zuständig ist. Die Diplom-Politologin mit 20 Jahren Erfahrung im Bereich PR, Marketing und Eventmanagement startete dieses Jahr als VFF-Referentin für Presse, Kommunikation und Marketing.

Bei der erneuerten Kommunikationsstrategie geht es um die Analyse und Optimierung bestehender Kommunikationskanäle, die Überarbeitung des Corporate Designs, sowie eine Stärkung des Storytellings und der authentischen Kommunikation über alle Kanäle hinweg. Über die Websites wie ralfenster.de, window.de und fenster-koennen-mehr.de möchte der VFF seine digitale Präsenz stärken. Die neue Kampagne Rampenlicht mit der Verleihung eines Awards in 2026 bietet den Fachpartnern eine Plattform, um ihre erfolgreichen Projekte im Bereich Fenster, Türen und Fassaden zu präsentieren. Diese Projekte werden auf der Website fenster-koennen-mehr.de und in Publikationen des VFF vorgestellt. Der hochwertige Content kann zudem von den Fenster- und Fassadenbauern für die eigene Website zur Kundengewinnung eingesetzt werden.

Bereits in diesem Jahr kann sich der Branchenverband über zehn neue Mitglieder freuen, im vergangenen Jahr stießen 65 hinzu. Insgesamt zählt der Verband 450 Mitglieder aus ganz Deutschland. Die Unternehmen profitieren von einem starken Netzwerk und Angeboten in Bezug auf Weiterbildungsmöglichkeiten sowie Informationen zu aktuellen Branchenthemen. Der VFF erkennt das Potential von Künstlicher Intelligenz (KI) und unterstützt seine Mitglieder aktiv bei der Nutzung.  Einzelne Mitglieder setzen KI beispielsweise bei der Analyse von Verträgen ein. Zukünftige Maßnahmen umfassen den Ausbau von Schulungsangeboten und KI-gestützte Services. 

Zudem erhalten Mitglieder die Möglichkeit, die Branchenentwicklung aktiv mitzugestalten, insbesondere in Bezug auf strengere Energieeffizienzvorgaben, im Hinblick auf nachhaltige Materialien und die Integration moderner Technologien.

„Die Erweiterung unseres Mitgliederkreises zeigt, dass unser Verband eine wichtige Plattform für die Branche darstellt. Die neuen Unternehmen bringen wertvolle Expertise und frische Impulse mit, die unsere Gemeinschaft weiter stärken“, betont Frank Lange, Geschäftsführer des VFF. „Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit ihnen die Zukunft der Fenster- und Fassadenbranche aktiv zu gestalten.“

Forderungen an die Regierungskoalition

Mit dem erfolgreichen Beschluss des 500 Mrd. Euro Sondervermögens für Infrastruktur, das dank Bündnis90/Die Grünen auch die Bereiche Gebäude und Klimaschutz umfasst, hat sich inzwischen eine Sorge des VFF gelegt. Die sich formende CDU/CSU/SPD Koalition fordert der VFF im Schulterschluss mit der Repräsentanz Transparente Gebäudehülle (RGT) in Berlin zu Maßnahmen auf, um die Baukonjunktur zu stärken, dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum entgegenzuwirken und die Energiewende im Gebäudebereich zu beschleunigen. Die aktuelle Lage fordere eine schnelle und unbürokratische Umsetzung.

KONJUNKTURPROGRAMM BAUEN UND WOHNEN

Einrichtung eines Sondervermögens für Gebäude und Infrastruktur

Neue steuerliche Sonderabschreibung auf die gewerbliche Errichtung von Wohn- und Nichtwohngebäuden ohne Verpflichtung auf energetische Spitzenstandards

Deutliche Erleichterung des Neubaus bzw. Ersterwerbs von Häusern oder Wohnungen für private Selbstnutzer durch eine bessere Wohneigentumsförderung und eine Initiative zur Reduktion der Grunderwerbsteuer

SANIERUNGSSTAU AUFLÖSEN – MODERNISIERUNGSWELLE STARTEN

Neue steuerliche Sonderabschreibung für gewerbliche Sanierungen

Höhere Sanierungsförderung für Haushalte mit geringen bis mittleren Einkommen

Förderfokus auf energetisch schlechte Gebäude

Auf- und Ausbau einer Beratungsinfrastruktur auf kommunaler Ebene

Informations- und Förderoffensive für bauliche Hitzeschutzmaßnahmen

BÜROKRATIE ABBAUEN

Gezielte Fortsetzung des Engagements für schnelleres und einfacheres Bauen; Novelle Baugesetzbuch, Gebäudetyp E

Gemeinsame Initiative zur Entbürokratisierung von Bund, Ländern und Kommunen

Vierjähriges Moratorium für die Verschärfung bestehender Bauanforderungen

Anforderungen an den Energiebedarf erhalten / Anforderungen an CO2-Emissionen im Lebenszyklus behutsam einführen

ÜBERGEORDNETE IMPULSE

Die Politikfelder Wohnungsneubau und Bestandsmodernisierung müssen zentral in einem Bauministerium zusammengelegt werden

Verlässliche Förderprogramme

Offensive zur Modernisierung öffentlicher Bauten (Vorbildfunktion)

Marktanalyse und Konjunktur

Der VFF-Konjunkturindex für den Fenstermarkt 1/2025 zeigt ein gemischtes Bild. Während sich das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe verbessert hat, bleibt die Stimmung der Unternehmen insgesamt skeptisch. Der Auftragsmangel stellt weiterhin ein zentrales Problem dar. Die Analyse der Bundestagswahl 2025 und deren Auswirkungen auf die Branche wurde ebenfalls präsentiert.  Ein wichtiger Aspekt ist dabei eine langfristige, planbare Förderpolitik. Die hohe Nachfrage nach geförderten Einzelmaßnahmen im Rahmen des BEG-Programms zeigt die Abbildung auf S. 34. Der CO2-Preis wird als vertrieblicher Hebel für Fenstersanierungen diskutiert. Allerdings gab Lange zu bedenken, dass dieser sich nicht mehr sozial verträglich gestaltet, wenn es für den CO2-Preis beim jetzigen Plan bleibt und sich dieser ab 2027 frei am Markt bilden soll. Lange schätzt, dass der Preis pro Tonne CO2 dann bis 400 Euro  betragen kann.

Muster-EPD für Metallbauer

EPDs für nachhaltige Produkte sind allen bekannt, neu bietet der Verband eine Muster-EPD für ausführende Branchenbetriebe an, die diese ihren Angeboten beifügen können. Um allen Herstellern von Fenstern, Türen und Fassaden einen einfachen Zugang zu einer eigenen EPD (Umweltproduktdeklaration) zu ermöglichen, haben ift Rosenheim, VFF, RAL Gütegemeinschaft Fenster, Fassaden und Haustüren u.a. die Muster-EPD erstellt. Für diese wurden Daten verschiedener Unternehmen ermittelt, die als Durchschnittswerte in einem gemeinsamen „Datenpool“ verwendet werden. Mit weiteren Daten auf etwa zehn Fragen wird die EPD auf den jeweiligen Betrieb hin individuell ausgestellt. Diese Firmen-EPD ist fünf Jahre gültig. Für Mitglieder gibt es einen Preisnachlass von 1.000 Euro, für Nicht-Mitglieder kostet die EPD 2.390 Euro. Sie kann für Fenster & Hebeschiebeelemente, Außentüren mit & ohne Lichtausschnitt und Fassaden in allen Rahmenmaterialien erstellt werden. Relevanz haben solche Firmen-EPDs beispielsweise bei Bauelementen für Gebäude, die nach DGNB, LEED oder BREEM zertifiziert werden.

www.window.de

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