Stahl nachhaltig beschichten

Das Potenzial von Magnelis

Mit einer nachhaltigen Stahlproduktion sind auch nachfolgende Prozesse wie die Verzinkung von Stahl in den Blick gerückt. Die Feuerverzinker prüfen ihre Prozesse auf nachhaltige Parameter wie Ressourceneffizienz, Energieeffizienz und Kreislaufwirtschaft. Sie erneuern ihre Anlagen, setzen auf Verfahren mit reduzierten CO2-Emissionen und gleichzeitig einem langanhaltenden Korrosionsschutz. In Kooperationen mit der Wissenschaft forschen sie nach nachhaltigen Technologien, die den CO2-Fußabdruck senken.

Magnelis ist eine von ArcelorMittal entwickelte neuartige Verzinkung. Das DIBt hat dieser Zink-Aluminium-Magnesium-Beschichtung 2019 eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung auch bei unbeschichteten Kanten bis zu 6 mm bestätigt. Für einen nachträglich angebrachten Kantenschutz besteht keine Notwendigkeit, die Oberfläche kann sich an Kanten selbst reparieren. Für den beschichteten Stahl verspricht Arcelor eine gute Verarbeitung – ob das Schweißen, Kanten, Profilieren oder Lackieren betrifft. Nachhaltig ist Magnelis auch insofern, da weniger Zink verwendet wird als bei einer reinen Zinkbeschichtung und somit die Zinkabschwemmrate in Böden sinkt.

Der Korrosionsschutz kann in Deutschland in einer Umgebung mit der Einstufung C4 für permanente Gebäude eingesetzt werden. Die Haltbarkeit beträgt bis zu 50 Jahre.

Verglichen mit den in DIN 55634-1 angegebenen zu erwartenden Schutzdauern für ZM-Überzüge im Allgemeinen übertrifft Magnelis diese Normenangaben für ZM–Überzüge in allen entscheidenden Umgebungen. Dies wird auch bestätigt, wenn man die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung von Magnelis mit den derzeitig gültigen Zulassungen des DIBt anderer spezifischer ZM-Beschichtungen vergleicht. Verglichen mit feuerverzinktem Stahl kann Magnelis ZM120 bis zu Z350 ersetzen, während Magnelis ZM250 Auflagen bis zu Z600 ersetzen kann. Die Tabelle steht unter www.metallbau-magazin.de.

Schäfer Lochbleche nutzt Magnelis für PV-Anlagen und nennt als Referenz die Solaranlage auf der Staumauer Valle di Lei im Schweizer Kanton Graubünden. Bei dem Staudamm des Lago di Lei handelt es sich um eine im Jahr 1963 fertiggestellte Bogenstaumauer mit unterschiedlichen Rundungen und Neigungen. Folglich war die Entwicklung der Montagestruktur – eine Struktur, die den verschiedenen Winkeln angepasst werden kann und trotz dieser Bedingungen die notwendige Montagepräzision einhält – eine der großen Herausforderung des PV-Projekts.

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